Trading-Glossar · FSA Akademie

Trading-Glossar – Begriffe für bewusstes Handeln

Dieses Glossar sammelt wichtige Begriffe rund um Orders, Risiko, Marktstruktur und Psychologie. Alles in Klartext, ohne Fachchinesisch – damit du beim Lesen der Trading-Module, beim Simulator und bei realen Entscheidungen immer weißt, was gemeint ist.

Mentor-Hinweis: Nutze das Glossar wie ein Nachschlagewerk – nicht, um alles auswendig zu lernen, sondern um deine Entscheidungen Schritt für Schritt bewusster zu machen.

Bereich 1

Grundlagen & Markt-Basics

Begriffe, die klären, auf welchem Spielfeld du unterwegs bist.

Spot-Markt
Handel mit dem „echten“ Basiswert (z. B. Aktie, Coin), ohne Hebel und mit direktem Besitz. Akademie-Fokus: Für Einsteiger ist Spot oft der verständlichste Einstieg.
Derivat
Finanzprodukt, dessen Wert von einem Basiswert abhängt (z. B. CFD, Option, Future). Wichtig: Du handelst nicht den Basiswert selbst, sondern einen Vertrag darüber.
Basiswert (Underlying)
Das „darunterliegende“ Produkt, auf das sich ein Derivat bezieht – z. B. eine Aktie, ein Index oder ein Coin. Wenn du ein Produkt nicht klar einem Basiswert zuordnen kannst, ist Vorsicht angesagt.
Long
Position, mit der du auf steigende Kurse setzt. Du profitierst, wenn der Preis steigt. Im Alltag oft gleichgesetzt mit „investiert sein“ – aber mit Hebel kann Long trotzdem hochriskant sein.
Short
Position, mit der du auf fallende Kurse setzt. Du verdienst, wenn der Preis fällt. Shorts sind kein „böser Trick“, aber ohne Verständnis schnell eine Quelle großer Verluste.
Hebel (Leverage)
Verstärkt Gewinne und Verluste, indem du mit geliehenem Kapital handelst. Akademie-Regel: Hebel ist ein Werkzeug für Fortgeschrittene – kein Abkürzungs-Knopf.
CFD
„Contract for Difference“ – Derivat, mit dem du Preisunterschiede handelst, oft mit hohem Hebel. Viele CFDs sind leicht zugänglich, aber komplex – sie gehören in die Kategorie „Später / Theorie“.
Future
Vertrag, in dem zwei Parteien einen zukünftigen Kauf/Verkauf zu einem heute festgelegten Preis vereinbaren. Futures sind Standardinstrumente für Profis – im FSA-Kontext vor allem zum Verständnis erklärt.
Bereich 2

Orders & Ausführung

Wie deine Idee technisch zur tatsächlichen Transaktion wird.

Market Order
Kauf oder Verkauf „sofort zum nächstbesten Preis“. Schnell, aber ohne Preiskontrolle. Gut für hohe Liquidität – bei illiquiden Märkten kann der Ausführungspreis stark abweichen.
Limit Order
Order mit festem Preislimit: kaufen maximal zu X, verkaufen mindestens zu Y. Akademie-Fokus: Limit Orders helfen, nicht aus Nervosität „hinterherzuspringen“.
Stop Order
Order, die erst aktiv wird, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird (z. B. Stop-Loss). Stop-Orders sind Schutzwerkzeuge – sie ersetzen aber keinen durchdachten Plan.
Stop-Limit Order
Kombination aus Stop- und Limit-Order: erst Trigger, dann Limit-Order. Kann Slippage begrenzen, birgt aber das Risiko, gar nicht ausgeführt zu werden.
Take-Profit
Vorab definierter Kurs, bei dem Gewinne automatisch realisiert werden. Hilft, nicht aus Gier „immer noch ein bisschen mehr“ zu wollen und alles wieder abzugeben.
Spread
Abstand zwischen Kauf- (Ask) und Verkaufspreis (Bid). Je größer der Spread, desto mehr „Reibungsverlust“ – relevant vor allem bei kurzen Haltezeiten.
Slippage
Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis. Tritt häufig bei Market Orders, hoher Volatilität oder geringer Liquidität auf.
Orderbuch
Übersicht aller aktuell liegenden Kauf- und Verkaufsaufträge eines Marktes. Für Fortgeschrittene ein Werkzeug, um Liquidität und mögliche Engstellen zu erkennen.
Bereich 3

Risiko & Money-Management

Begriffswelt rund um Einsatzhöhe, Verluste und Schutzmechanismen.

Kontogröße (Account Size)
Gesamtwert deines Trading-Kontos, inklusive offener Positionen und freier Liquidität. Alle Risikoangaben in Prozent beziehen sich auf diese Basis.
Positionsgröße
Volumen einer einzelnen Position (z. B. Anzahl Aktien oder Kontrakte). Die Positionsgröße verbindet deinen geplanten Stop mit dem Risiko in Euro.
Risiko pro Trade (R)
Betrag, den du bei einem Trade maximal zu verlieren bereit bist. FSA-Empfehlung: Für Einsteiger meist 0,5–1 % der Kontogröße pro Trade.
Chance-Risiko-Verhältnis (CRV / RR)
Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und geplantem Risiko. Ein CRV von 3:1 bedeutet: du riskierst 1 Einheit, um 3 Einheiten zu gewinnen.
Drawdown
Rückgang deines Kontostands vom letzten Hoch zum aktuellen Stand. Wichtiger als die „beste Phase“ ist, wie du mit Drawdowns umgehst.
Margin
Sicherheitsleistung, die du bei gehebelten Produkten hinterlegen musst. Wenn deine Verluste zu groß werden, kann die Margin nicht mehr ausreichen.
Margin Call
Aufforderung des Brokers, zusätzliches Kapital einzuzahlen oder Positionen zu schließen. Ein Zeichen dafür, dass das Risiko-Management schon vorher nicht gepasst hat.
Überhebelung
Kombination aus hohem Hebel, großer Positionsgröße und engem Stop. Sieht auf dem Papier harmlos aus, führt in der Praxis aber schnell zu großen Drawdowns.
Bereich 4

Marktverhalten & Trading-Stile

Wie sich Märkte typischerweise bewegen – und wie du dich zeitlich positionierst.

Volatilität
Maß für die Schwankungsbreite eines Marktes. Hohe Volatilität bedeutet nicht automatisch „mehr Chancen“, sondern vor allem mehr Risiko.
Trend
Übergeordnete Bewegungsrichtung eines Marktes (aufwärts, abwärts, seitwärts). Viele Strategien funktionieren nur, wenn du die übergeordnete Richtung respektierst.
Range
Seitwärtsphase, in der sich der Kurs zwischen Unterstützung und Widerstand bewegt. In Ranges scheitern trendfolgende Strategien oft – und umgekehrt.
Timeframe
Zeiteinheit des betrachteten Charts (z. B. 5 Minuten, 1 Stunde, Tageschart). Dein Timeframe sollte zu deinem Alltag passen – nicht zu deinem Ego.
Daytrading
Eröffnen und Schließen von Positionen innerhalb eines Handelstages. Wirkt aktiv und spannend, erfordert aber hohe Konzentration und ein klares Regelwerk.
Swingtrading
Halten von Positionen über mehrere Tage oder Wochen, um größere Bewegungen mitzunehmen. Für viele Berufstätige oft besser vereinbar als reines Daytrading.
Scalping
Sehr kurzfristiger Handel mit vielen kleinen Trades und wenigen Minuten Haltedauer. Für Einsteiger ungeeignet – Kosten, Stress und Fehler summieren sich schnell.
Liquidität
Wie leicht große Orders in einem Markt ausgeführt werden können, ohne den Preis stark zu bewegen. Gute Liquidität reduziert Slippage und Spread – ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Bereich 5

Psychologie & Verhalten

Begriffe, die erklären, warum viele Probleme nicht im Chart, sondern im Kopf entstehen.

FOMO („Fear of Missing Out“)
Angst, eine Chance zu verpassen – typischer Auslöser für späte, unüberlegte Einstiege. Im FSA-Kontext ein Warnsignal: Wenn FOMO hoch ist, wird Positionsgröße eher kleiner.
Overtrading
Zu viele Trades in zu kurzer Zeit – oft aus Ungeduld oder Langeweile. Zeichen dafür, dass dein Plan zu wenig Pausen und klare Bedingungen enthält.
Revenge-Trading
Versuche, nach einem Verlust „schnell alles zurückzugewinnen“. Gefährlicher Modus – hier hilft nur: Stopp, Abstand, Protokoll auswerten.
Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)
Tendenz, nur Informationen wahrzunehmen, die die eigene Meinung bestätigen. Im Trading führt das dazu, Gegenargumente zu ignorieren und Stops zu verschieben.
Verlustaversion
Verluste schmerzen psychologisch stärker als Gewinne gleicher Größe Freude machen. Deshalb halten viele Verlierer zu lange und nehmen Gewinne zu früh mit.
Plan-Treue
Fähigkeit, die eigenen Regeln umzusetzen, auch wenn es emotional schwer fällt. Im FSA-Ansatz ist Plan-Treue ein wichtigerer Erfolgsfaktor als „das perfekte Setup“.
Break-even-Mindset
Wunsch, eine verlierende Position wenigstens ohne Verlust zu schließen. Kann sinnvoll sein – wird aber problematisch, wenn du dafür Stops aufhebst.
Mentor-Raum
Bewusster Rahmen, in dem du Trades nachträglich nüchtern anschaust (Tagebuch, Simulator, Austausch). Genau hier setzt die FSA Akademie an: Reflexion statt nur „nächster Trade“.