Risiko & Money-Management
Wie viel Verlust dein Konto wirklich aushält
In diesem Modul geht es nicht um Gewinne, sondern um Schutz: Wie viel du pro Trade riskierst, wie du Positionsgrößen berechnest und warum große Drawdowns gefährlicher sind als viele kleine Verluste.
Ziel: Du kannst in klaren Zahlen ausdrücken, was ein einzelner Trade und was ein schlechter Monat maximal kosten darf.Ohne Rahmen wird jeder Fehler teuer
Viele Menschen investieren mehr Zeit in Indikatoren als in die Frage: „Was darf mich dieser Trade kosten?“ Genau diese Zahl entscheidet, ob du nach einer Verlustserie weitermachen kannst – oder aufgeben musst.
Drei Ebenen von Risiko
- Risiko pro Trade – wie viel Prozent deines Kontos du bei einem einzigen Trade verlieren kannst.
- Risiko pro Tag / Woche – wie groß ein schlechter Zeitraum maximal sein darf.
- Gesamtrisiko – welcher maximale Drawdown für dich psychisch und finanziell aushaltbar ist.
Was dieses Modul klärt
- Konservative Richtwerte für Risiko pro Trade.
- Wie du Positionsgrößen aus Stopp-Abstand und Kontogröße berechnest.
- Warum ein Minus von 50 % mehr als 50 % Gewinn zum Ausgleich braucht.
Du musst kein Profi werden. Aber ohne einfachen Risikorahmen wird selbst eine gute Strategie langfristig kaum überleben.
Riskierst du einen Chip – oder den ganzen Tisch?
Profis denken selten in „Einsatz“, sondern in Prozent vom Gesamtkonto. Kleine Prozente wirken harmlos – aber sie entscheiden, ob eine Verlustserie für dich noch ein Lernkapitel ist oder ein Knock-out.
Konservative Richtwerte
- 0,25–0,5 % pro Trade – sehr vorsichtig, geeignet für Lernphase.
- 1 % pro Trade – typische Obergrenze vieler seriöser Trader.
- Über 2 % pro Trade – aggressiv, kann kleine Serien sehr teuer machen.
Was zu dir passt
- Wie lange du dein Lernkapital psychisch und finanziell aushältst, wenn es mal schlecht läuft.
- Ob du noch andere Verpflichtungen hast (Familie, Selbstständigkeit, Kredite).
- Ob du Trading als Lernprojekt siehst – oder als „Notlösung“, um ein Loch zu stopfen.
In unserem Kurs gehen wir davon aus, dass du klein beginnst. Deswegen arbeiten viele Beispiele mit 0,5 % Risiko pro Trade oder weniger.
Positionsgröße aus Konto, Risiko und Stopp-Abstand
Der häufigste Fehler: Erst Stückzahl wählen, dann hoffen, dass das Risiko schon „passt“. Professioneller ist es umgekehrt: Du legst das Risiko fest – der Rechner sagt dir, wie viele Stücke daraus werden.
Dieser Rechner ersetzt keine vollständige Beratung. Er hilft dir nur, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie klein eine Position werden kann, wenn du Risiko wirklich ernst nimmst.
Verluste in Prozent – und der Weg zurück
Ein Minus von 50 % „fühlt“ sich halb so schlimm an wie 100 % Verlust. Mathematisch ist der Weg zurück allerdings viel länger. Diese Tabelle macht das greifbar.
| Drawdown | Benötigter Gewinn, um wieder auf 0 zu kommen | Kommentar |
|---|---|---|
| -10 % | +11,1 % | Unangenehm, aber mit guter Strategie realistisch auszugleichen. |
| -20 % | +25 % | Viele fühlen hier schon starken Druck, Fehler nehmen zu. |
| -30 % | +42,9 % | Es dauert spürbar länger, psychisch sehr anspruchsvoll. |
| -50 % | +100 % | Du musst dein Geld verdoppeln, nur um wieder bei 0 zu sein. |
Deine wichtigste Aufgabe ist nicht, jeden Gewinn mitzunehmen – sondern große Drawdowns zu verhindern. Genau dafür sind kleine Risikoprozent pro Trade da.
Bevor du den Simulator mit echten Zahlen fütterst
Nimm dir ein Blatt Papier oder eine Notiz-App und beantworte die folgenden Punkte. Sie bilden den Rahmen für alle späteren Übungen im Trading-Simulator.
- Wie hoch darf dein maximaler Drawdown in diesem Lernprojekt sein (z. B. 10 oder 20 %)?
- Welchen Prozentsatz pro Trade möchtest du in der Lernphase maximal riskieren?
- Nach wie vielen Verlust-Trades in Folge legst du verpflichtend eine Pause ein?
- Welche Summe ist „Lernkapital“ – und welches Geld darf auf keinen Fall angetastet werden?
- Mit wem kannst du über deine Regeln sprechen, damit du sie nicht spontan änderst?
In den nächsten Modulen verknüpfen wir diese Antworten mit dem Trading-Simulator und mit echten Kursverläufen. So bleibt Trading ein Lernprojekt – und nicht der Versuch, ein Loch im Konto auf einen Schlag zu schließen.