Modul 1: Orientierung – Was du wirklich tust, wenn du „NFT handelst“

Dieses Modul holt dich als Laie ab: Was ist ein NFT praktisch, warum entstehen Preise, was ist Hype – und welche Denkfehler führen zu Fehlkäufen. Du bekommst eine klare Landkarte, bevor wir in Marktplätze und Transaktionen gehen.

Ziel: Denkfehler vermeiden, bevor Geld fließt. Outcome: Du erkennst „Story vs. Liquidität“. Stop-Regel: Wenn du es nicht erklären kannst – nicht kaufen.
Schritt 1 – Grundverständnis

NFT = Eigentumsnachweis + Marktpsychologie (nicht „magische Kunst“)

Ein NFT ist technisch ein Token, der auf eine Datei/Metadata verweist und Eigentum/Übertragbarkeit dokumentiert. Der „Wert“ entsteht nicht durch das JPEG – sondern durch Markt, Aufmerksamkeit, Nutzen und Wiederverkaufbarkeit.

Alltagsbild

Stell dir ein signiertes Original-Poster vor. Das Poster kann man kopieren – aber nur eines ist „das Original“ mit überprüfbarer Signatur. Ein NFT ist so ein Nachweis – plus ein Handelsplatz drum herum.

Wert entsteht, wenn…
  • es Käufer gibt (Liquidität), nicht nur Likes.
  • die Story wiederverkaufbar wird (Narrativ + Timing).
  • Utility/Status real ist (Zugang, Vorteile, Markenwirkung).
  • die Verteilung nicht toxisch ist (ein paar Wallets dominieren).
Totalverlust passiert oft so
  • Du kaufst „Story“, aber es gibt keine Käufer für den Exit.
  • Du unterschreibst unbewusst eine Approval/Signatur (Wallet leer).
  • Du kaufst in einem Hype-Peak – danach trocknet die Liquidität aus.
  • Du verwechselst „Floor Price“ mit echtem Markt (Wash-Trading möglich).
Schritt 3 – Fallbeispiele

2 echte Denkfallen – und wie du sie sauber auflöst

Fall 1: „Floor steigt – also ist es gut“

Du siehst: Floor Price +40% in 24h. Twitter jubelt. Du kaufst. Am nächsten Tag ist das Volumen weg – du sitzt fest. Der Floor kann steigen, obwohl nur wenige Trades stattfinden (oder Trades künstlich erzeugt werden).

Lösung: Schau nicht zuerst auf den Floor, sondern auf: echtes Volumen, Anzahl Käufer, Bids, und ob du sofort verkaufen könntest. Wenn es keinen „Exit-Weg“ gibt, ist der Floor nur eine Zahl.

Fall 2: „Alle sind drin – ich darf nicht fehlen“

Du bekommst DMs: „Whitelist“, „letzte Chance“, „nur heute mint“. Du fühlst Zeitdruck, klickst Link, signierst. Später sind Assets weg oder die Mint ist wertlos.

Lösung: Standardregel: Keine DM-Links, keine Eile, und keine Signatur ohne 2-Minuten-Check. Genau dafür ist dein Basis-Betrugsradar da – im Kurs wird es später nur als Praxis-Routine genutzt, nicht doppelt erklärt.

Grafik: Von „Story“ zu „Liquidität“ (so denkst du wie ein Profi)
Entscheidung: NFT kaufen? Je mehr du rechts (Liquidität) beantworten kannst, desto weniger bist du Opfer von Hype. Story / Narrativ • Warum existiert das? • Wer trägt es nach außen? • Ist es nur „laut“? Daten / Realität • Volumen & Käufer? • Bids / Exit-Weg? • Fees/Gas einkalkuliert? Liquidität / Exit • Kann ich heute verkaufen? • Spread realistisch? • Zeitplan & Regel?
Mini-Aufgabe (ohne Geld)

Such dir eine beliebige NFT-Collection (nur anschauen). Beantworte schriftlich: 1) Welche Rolle wäre ich hier (Sammler/Flipper/Investor)? 2) Wo ist der Exit? 3) Welche Fees würden mich treffen? Wenn du bei Punkt 2 oder 3 ins Schwimmen kommst, bist du noch nicht „kaufbereit“.