NFT Handel – Aufklärung statt Hype

Bevor du irgendetwas kaufst: Verstehe, was ein NFT wirklich ist, wie Preise entstehen, welche Gebühren existieren und warum Liquidität der größte Unterschied zu „normalem Trading“ ist.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite ist Bildung, keine Finanzberatung. NFTs sind volatil und oft illiquide. Ziel ist Aufklärung, damit du selbst prüfen kannst.

Teil 1 – Was ist ein NFT wirklich?

Ein NFT ist ein digitaler Besitz-Nachweis auf einer Blockchain. Nicht „das Bild“ selbst ist automatisch der Wert, sondern der Eintrag: Wer besitzt Token #1234, welche Eigenschaften hat er, und welche Regeln hängen daran.

Laien-Vergleich

Stell dir ein signiertes Sammelstück vor: Die Signatur macht es eindeutig. Aber ob es wertvoll ist, hängt davon ab, ob es Sammler gibt, ob die Geschichte stimmt und ob du es überhaupt weiterverkaufen kannst.

Preis auf dem Screen ≠ Verkaufbar Floor (Listings) 1.00 ETH Best Bid (Offers) 0.78 ETH Schneller Exit passiert oft im Bid

Fallbeispiel (typisch)

Du siehst „Floor 1 ETH“. Du denkst: „Ich habe 1 ETH Wert.“ In Wahrheit kann der echte Käuferstrom fehlen. Dann bekommst du nur ein Angebot bei 0.78 ETH — oder gar kein Angebot. Das ist NFT-Realität: Liquidität schlägt Theorie.

Teil 2 – Marktplätze & Gebühren (warum kleine Flips oft Illusion sind)

NFT-Handel läuft über Marktplätze (wie Flohmarkt + Auktionshaus). Du kannst zum Fixpreis listen oder Angebote annehmen. Der Unterschied zu vielen anderen Märkten: Gebühren, Spread und Gas können kleine Gewinne komplett auffressen.

Die 4 Kostenarten

  • Marketplace-Fee: Gebühr der Plattform.
  • Creator-Fee/Royalties: kann an Creator gehen (je nach Setup/Marktplatz).
  • Gas: Netzwerkgebühr (bei manchen Chains mehr, bei anderen weniger).
  • Spread: Abstand zwischen Floor und realen Kaufangeboten (Bids).
Brutto-Verkaufspreis → Netto-Erlös Verkaufspreis - Marketplace Fee - Creator Fee / Royalties - Gas / Transaktionskosten = Netto-Erlös

Mini-Fallbeispiel (Flip)

Du kaufst für 1.00 ETH und willst bei 1.10 ETH verkaufen. Wenn Gebühren + Spread + Gas reinspielen, kann aus „+0.10“ am Ende „fast null“ oder sogar Minus werden — besonders bei kleinen Margen.

Teil 3 – 5 Kategorien + Ampel (Scorecard light)

NFTs sind nicht ein Markt. Es sind mehrere Märkte: Kunst, Collectibles, Gaming, Membership, Ticketing/RWA. Jede Kategorie hat andere Nachfrage — und andere Fallen.

Die 5 Kategorien (kurz)

  • Art: Künstler, Kultur, Sammlerbasis.
  • PFP/Collectibles: Community, Status, Narrative.
  • Gaming: echte Spieler + Nutzen im Spiel.
  • Membership: Zugang/Benefits, wiederkehrender Nutzen.
  • Ticketing/RWA: Realwelt-Verknüpfung, aber höhere Komplexität.

Scorecard light (0–12 Punkte)

0–5 Rot: lassen. 6–9 Gelb: nur Lerntrade (klein). 10–12 Grün: relativ besser (trotz Risiko).

  • Kategorie-Fit: Versteht das Projekt seine Kategorie?
  • Nachfrage/Liquidität: Gibt es echte Aktivität und Bids?
  • Nutzen/Story: Gibt es einen Grund zu halten?
  • Distribution: Wale / Konzentration?
  • Transparenz/Vertrauen: Lieferung, Regeln, Kommunikation.
  • Handelsfriktion: Fees/Gas/Spread – macht Trading Sinn?

Selbstcheck (5 Minuten)

Beantworte die Fragen ehrlich. Es gibt kein „richtig“ – es geht um Klarheit.

  • Kann ich damit leben, dass ich evtl. nicht sofort verkaufen kann?
  • Handle ich aus Verständnis – oder aus FOMO (Angst etwas zu verpassen)?
  • Habe ich eine Netto-Rechnung (Fees, Spread, Gas), bevor ich „Gewinn“ sage?
  • Kann ich Nein sagen, wenn andere Druck machen oder „garantiert“ versprechen?

Vertiefung – deine nächsten Bausteine

Diese Seite gibt dir den Überblick. Wenn du magst, geh von hier aus tiefer – immer mit Fokus auf Schutz & Klarheit.